Singapore


Endlich wieder Asien: Im Mai 2011 fliege ich für vier Nächte nach Singapur. Ein abwechslungsreicher Kurztrip in eine spannende, dynamische Stadt. An meinen ersten Besuch - 2001, eine Nacht als Stopover auf dem Weg nach Australien - kann ich mich kaum noch erinnern. Daher wirkt auf alles quasi wie neu. 2013 und 2014 verbringe ich jeweils einige Stunden in Singapur.



Samstag/Sonntag, 28/29. Mai 2011:

Das wird ein aufregender Tag: erst zwei Vorträge bei der Hausmesse des AustralienWineStore, dann über Nacht per Flug nach Singapur. Dort werde ich vier Nächte mit Sonja verbringen. Sie hängt an einer mehrwöchige Dienstreise quer durch Asien noch einige Tage Urlaub ran, und ich besuche sie dort.

Die Nacht war schon kurz, da sich abends die Generalprobe in die Länge zog. Gegen 10.30 Uhr bin ich dann am Frankfurter Flughafen, um einzuchecken. Ich habe Glück und ergattere den letzten Platz am Notausgang. Kurze Zeit später dann in Kelkheim im AustralienWinestore mit den letzten Vorbereitungen. Um 12 Uhr zeige ich meinen Vortrag „Tierparadies Tasmanien“, um 14 Uhr dann „Kontrastreicher Südwesten“. Beides ein voller Erfolg. Noch ein bisschen Smalltalk und ein leckerer Aussie-Steak-Burger, ehe ich mich aufmache. Schon ein seltsames Gefühl, noch um 16.15 Uhr in Kelkheim zu sein – und drei Stunden später zu fliegen.

Noch ein kurzer Stopp zu Hause, dann wieder zum Flughafen. Schließlich muss ich erst noch nach München. In der Lounge bucht mich das Bodenpersonal noch einmal um, damit ich weiter vorne sitze, schließlich ist in München nicht viel Zeit. Der Flieger ist wider Erwarten doch pünktlich und nahezu leer. In München ist keine Zeit zum Entspannen in der Lounge. Quasi pünktlich rollen wir gegen 21.45 Uhr vom Gate weg. Ein Vorteil hat der Umweg: Im A340 bietet Lufthansa bereits Inseat-Entertainment an. Im Jumbo, der ab Frankfurt geflogen wäre, hingegen nicht. Zum Abendessen schaue ich einen Film und erstmals eine Folge von „Two and a half man“. Danach schlafe ich gut und fest, etwa 6 Stunden. Zwei Stunden vor der Landung dann noch eine Art Frühstück. Aus der Luft sehe ich die Strände von Phuket, wo ich evtl. im Herbst drei Tage beruflich sein werde. Ansonsten eine neue Flugroute gen Singapur: normalerweise fliege ich über Iran bzw. Dubai sowie den Golf von Bengalen. Dieses Mal hingegen vorbei an Odessa, Aralsee und über Afganistan.

Leider muss der Pilot über Singapur einige Platzrunden drehen, da ein Schauer samt Gewitter runterkommt. So landen wir „nur“ pünktlich. Einreise und Gepäckausgabe sind unproblematisch. Keine 30 Minuten nach der Landung treffe ich am Airport meine Reisepartnerin. Nach 10 Jahren besuche ich wieder einmal den Stadtstaat. 2001 habe ich hier eine Nacht verbracht, als Stop-Over zu zweiten Australien-Reise.

Unser erstes Ziel ist das Shangrila-Hotel auf Sentosa Island, einer Insel vor Singapur. Im einzigen Strandhotel von Singapur werden wir drei Nächte verbringen. In erster Linie mit Relaxen, aber auch als Ausgangspunkt für die Stadterkundung.

Nach gut 30 Minuten sind wir im Hotel. Das Zimmer muss noch umgeräumt werden: Wir brauchen kein Zustell- bzw. Kinderbett. Schnell auspacken und ab an den Strand. Gegen 18 Uhr wird es langsam dunkel. Aber die Zeit für einen Abstecher ins Wasser reicht. Erwartungsgemäß ist es kein paradiesischer Südseestrand. Aber immerhin kann man ins Meer. Das Wasser ist ziemlich trüb, aber immerhin ohne Öllachen. Im Hinterrund sehen wir dutzende Schiffe – Singapur gilt als weltgrößter Hafen.

Das Hotel selbst ist schön, gerade erst komplett modernisiert. Moderne, aber landestypische Einrichtung. Großer Pool, Palmen. Für ein paar Tage echt ok.

Fürs Abendessen entscheiden wir uns für das Hotelrestaurant. Leider sind die Garnelen nicht geschält, obwohl es zugesagt wurde. Wir beschweren uns… schließlich entschuldigen sich Kellnerin, Chefkoch und Servicemanagerin unisono. Gleichwohl: extrem lecker! Als Entschädigung spendiert der Chefkoch ein Dessert mit viel Kokosmilch obwohl es gar nicht auf der Karte ist. Danach für mich aber noch ein Mudcake samt Espresso an der bar.



Montag, 30. Mai

Nach einem leckeren Frühstück verbringen wir den Rest des Tages am Pool bzw. im Zimmer. Sehr erholsam. Lunch an der Bar. Und wieder lässt der Service zu wünschen übrig: Als ich einen Espresso bestellen will, warte ich zehn Minuten vergeblich auf eine Kellnerin. Als ich sie dann suche, finde ich drei von ihnen lauthals redend. Und das soll der berühmte ShangriLa-Service sein…

Kurz nach 18 Uhr werden wir abgeholt: Ausflug in den berühmten Nightzoo von Singpur. Nerviger und langer Bustransfer zum Zoo, inkl. Umsteigen. Hätten wir besser auf eigene Faust organisiert. Zum Start eine Tour mit einer Art Tram, während der 40minütigen Fahrt bekommen wir einen Überblick. Mein Highlight: der Tiger. Es gibt auch die Big5 aus Afrika und viele weitere Tiere. Leider zu dunkel zum Fotografieren, und zu hektisch, um es wirklich genießen zu können. Dann kurzer Snack: Satay-Spieße – und dazu australisches Bier (VictoriaBitter). Anschließend laufen wir noch einmal alles ab. Wirklich sehenswert, wenn man noch nie in Afrika war. Aber auch für mich ganz nett.

Mit dem Shutttle-Bus und der MRT (quasi der U-Bahn) fahren wir zu später Stunde noch nach China-Town. Aber tobt das Leben nicht mehr. Leider. Hatte auf schöne, farbenprächtige Motive gehofft. Aber es ganz sehenswert, die Tempel bei Nacht zu sehen. Und auch die Einkaufsmeile Orchard Road sah bei Nacht ganz gut aus.

Dienstag, 31. Mai:
Nach dem Frühstück (heute mit Omelette) starten wir zum Besuch von Chinatown. Die Taxifahrt dauert nicht lang. Den Hindu-Tempel Sri Mariamman habe ich wohl 2001 bereist gesehen. Die Vielfalt an Farben und Figuren ist unbeschreiblich, extrem sehenswert. Lustig: Wir sind in ChinaTown, besichtigen aber einen indischen Hindu-Tempel. Als wir dort sind, beginnt gerade eine Zeremonie. Nebenan steht noch eine Moschee und der beeindruckende Buddha Tooth relic Temple and Museum, den wir aber nicht besichtigen. Danach laufen wir durch die Gassen und ich kaufe Souvenirs. … Mittagessen im Maxwell-Foodcourt. Aber nicht so mein Geschmack – das Huhn wird samt Knochen zerkleinert, da werde ich fast zum Vegetarier. Aber sehr sehenswert. Das weitere Sightseeing verzögert sich, da ein Regenguss alles unter Wasser setzt. Anschließend weiter durch die Gassen, ich erwerbe noch Porzellan-Stäbchen. Und wir entdecken die „letzte Curry-Wurstbude“ vor dem Äquator. Nun ja, wir machen nur Fotos.

Von dort aus fahren wir zurück ins Hotel. Der geplante Abstecher in den großen Hotelpool muss leider wegen einer Thunderstums ausfallen.

Zum Abendessen fahren wir wieder mit dem Taxi in die City. Zuerst stoppen wir am bisherigen Wahrzeichen des Stadtstaates – dem Merlion, einer Figur aus Fisch und Löwe. Und wir nutzen die Chance und genießen die allabendliche Lichtershow des Marina Bay Hotels, dem neuen Wahrzeichen der Stadt. Das 2010 eröffnete Hotel besteht aus drei Hoteltürmen, die in 200 Metern Höhe mit einem 350 Meter langen Park inkl. Pool verbunden sind. Zum Komplex zählen außerdem Musicaltheater, Shopping-Center und Casino. Die Inhaber betreiben auch Hotels samt Casino in Macao und Las Vegas. Und wir werden morgen ebenfalls eine Nacht verbringen. Juhu!

Die anschließende Taxi-Suche gestaltet sich schwierig. Schließlich werden wir doch zum Swissozel/Stamford Komplex gefahren. Abendessen in 226 Metern Höhe im Equinox-Restaurant. Wir zahlen 20 Singapur-Dollar extra für einen Tisch am Fenster. Wir entscheiden uns für das Tages-Menü, das uns anschließend nicht vollends überzeugt. Aber wir genießen den Blick über die nächtliche Skyline von Singapur. Und dazu, als Einstimmung auf unseren Urlaub am Jahresende, leckeren neuseeländischen Wein von CloudyBay.

Abschließend noch ein kurzer Spaziergang durch die nächtliche Stadt. Ins berühmte Raffles-Hotel dürfen wir leider keinen Blick mehr werfen. Wir kommen noch an einem Verkehrsunfall, einem deutschen Restaurant (Sonja dazu: Gibt leckere Currywurst sowie Apfelstrudel mit Vanilleeis dort ) und einem australischen Restaurant vorbei.





Mittwoch, 1. Juni:

Vormittags relaxen wir wieder am Pool, jetzt ist das Wetter wieder richtig gut. Und dann der Brise vom Meer nicht ganz so drückend wie in der Innenstadt. Ich gönne mir eine PinaColada (mein Standardurlaubsdrink) und genieße den Pool. Urlaubsfeeling pur.

Anschließend heißt es packen und auschecken. Um 13.30 Uhr geht es mit dem Taxi gen Marina Bay Hotel. Ein Zwischenstopp am Hardrock Hotel bleibt erfolglos – sie verkaufen dort keine Souvenirs. Und pünktlich mit dem Eintreffen im Marina Bay Hotel bricht ein neuer Thunderstorm los. Und da unser Zimmer nicht fertig ist, bleibt uns nur der Besuch in der Mall. Park und Hotelpool sind natürlich gesperrt. Immerhin: Um die Wartezeit beim Checkin zu verkürzen, spendiert das Hotel frische Säfte und Champagner! Und für einen Lacher sorgt der Lieferdienst von McDonalds, der Burger und Kaffee für die Angestellten bringt.

Wir erkunden derweil das unterirdische Shopping-Center. Besonders Merkmal: Kanale mit Gondolen, die Venedig-Feeling vorgauckeln sollen. Und neben dem Foodcourt befindet sich eine Eiskunstbahn. Auch wenn wir einen Snack essen – das Foto vergessen wir. Ansonsten befinden sich hier Geschäfte aller namhaften Marken. Nach gut zwei Stunden fragen wir an einem anderen Schalter erneut nach unserem Zimmer. Es ist immer noch nicht fertig. Doch dann überrascht uns das Hotel: Ich hatte beim Einchecken erwähnt, dass es unser erster gemeinsamer Urlaub sei – das war vermerkt worden. Denn aufgrund dieses Umstands bekommen wir einen Upgrade und können nun ins Zimmer.

Phantastischer Blick auf die Stadt – aus dem 42. Stock. Einfach unbeschreiblich. Das Zimmer selbst ist erwartungsgemäß luxuriös. Wir packen schnell aus und greifen die Badesachen. Schließlich wollen wir den Pool im 57. Stock austesten… Trotz leichtem Regen einfach nur genial. Der 200 Meter lange Pool reicht bis an die Umrandung – fast. Aber vom Gefühl schwimmen wir bis an den Rand. Toll!

Zum Abendessen fahren wir an den Singapore River – die obligatorische Flussfahrt hatten wir beide in der Vergangenheit schon separat gemacht und verzichten daher. Sehr leckeres asiatisches Abendessen im „IndoChine“, das ich bereits aus Hamburg kenne. Eine weitere Filialen gibt es beispielsweise in Phuket. Der Höhepunkt: gefüllte Frühlingsrollen als Vorspeise. Anschließend machen wir mit mehr Ruhe noch weitere Fotos vom Marina Bay Sands. Müde und glücklich geht es zurück ins Hotel.



Donnerstag, 2. Juni:

Heute endet unser Kurzurlaub auch schon wieder. Abends gegen 23 Uhr werden wir dann mit Lufthansa zurück nach Frankfurt fliegen. Aber bis dahin werden wir das Hotel und die Stadt noch in vollen Zügen genießen.

Und heute zeigt sich Singapur von seiner schönsten Seite mit einem strahlend blauen Himmel. Noch vor dem Frühstück machen wir auf dem „Dach“, wie wir den Sky Sands Park despektierlich nennen, einige schöne Erinnerungsfotos. Dann hinab ins Foyer, wo wir uns brav in die Reihe fürs Frühstück anstellen. Dann die nächste Überraschung: ein Hotelangestellter steuert direkt uns an und verfrachtet uns in den Lift – Frühstück im Dachrestaurant. Meine Bedenken wegen unseres Vouchers werden einfach ignoriert. Nun gut, also auf zum luxuriösen Frühstück im kleinen Kreis mit Fernblick als Massenbetrieb im Foyer. Es gibt wahrlich Schlimmeres… Neben einem kleinen, feinen Buffet gibt es hier auch A-la-Carte-Gerichte. Wir entscheiden uns für leckeren Frenchtoast mit Honig und Früchten. Allerdings schwant mir Böses, als wir dann eine Rechnung abzeichnen sollen. Mal Schauhen, was passiert.

Anschließend relaxen wir wieder am und im Pool! Einfach herrlich. Gegen 13 Uhr müssen wir da nun doch leider das Zimmer räumen. Beim Auschecken muss ich in der Tat diskutieren – die Rechnung fürs Frühstück wird dann doch storniert. Zufällig merke ich, dass ich noch eine Zimmerkarte habe. Gut so, so können wir nochmals Fotos im Zimmer haben.

Zum Abschluss der Kurz-Tour besichtigen wir Little India. Eine farbenfrohe Mischung, vielen Eindrücken, unterschiedlichen Gerüchen. Das Ganze leider bei schweißtreibenden Wetter – die Tropen machen ihrem Namen alle Ehre. Leider sind viele Tempel während der Mittagszeit geschlossen, in den "Temple of 1000 Lights" kommen wir mit Glück rein. Nach meinen vielen Touren in prächtigen Landschaften von Australien, Afrika und Südamerika ist das bunte Stadttreiben eine willkommene Abwechslung. Mit der MRT fahren wir zurück zum Fluss für einen kleinen Spaziergang. Leider ist das „IndoChina“ geschlossen, so hungern wir weiter.

Zurück im Hotel entdecke ich, dass ich per Zufall noch die Zugangskarten für den Sky Sands Park habe – sowohl für den öffentlichen Bereich auch den Hotelbereich mit dem Pool. So erkunden wir zunächst den öffentlichen Aussichtspunkt (kostet sonst einige Dollar Eintritt) mit einem atemberaubenden Blick auf das Riesenrad (Singapur Flyer) und die Formel1-Rennstrecke. Die besten und teuersten Plätze für das Rennen sind im Riesenrad. In die Bar verwehrt man uns den Eintritt – nach 18 Uhr sind Shorts Tabu… Also gut, wir gehen nochmals an die Poolbar für einen letzten Snack.

Vor der Abfahrt zum Flughafen bekommen wir nochmals ein Zimmer zum Umziehen - ohne zu fragen. Gegen 20.30 Uhr sind wir dann wieder Flughafen. Rund 99 Stunden hatte ich Zeit, den Stadtstaat außerhalb des Flughafens zu erkunden. Wie erhofft, bekommen wir zu zweit eine Dreier-Reihe für uns allein. Vor dem Abflug treffen wir dann noch Elvira und Dieter – sie sind nach drei Monaten in DownUnder auf dem Rückweg. Allerdings mit Qantas, so dass wir uns einen Wettflug liefern – den wir mit knappen Vorsprung gewinnen, obwohl beide Flieger in Frankfurt dann erst mit Verspätung landen.

Um kurz nach sieben Uhr nutze ich den Service der Lufthansa-Lounge, ehe es dann ins Büro geht. Um 8.45 Uhr sitze ich nach 99 Stunden in Singapur und 25 Stunden in der Luft wieder am Arbeitsplatz.

Zeit für ein Fazit: Sicher, Singapur ist nicht typisch für Asien. Ich nenne es „Asien light“. Gleichwohl, mein Interesse an Asien ist doch jetzt deutlich gestiegen. Auch durch das Einlesen im Vorfeld. Ich denke, dass ich in den nächsten Jahren eine kombinierte Tour nach Vietnam, Laos und Kambodscha sowie Bangkok machen werde. Mein Anlauf für Japan – in Verbindung mit meiner Reise im November und Dezember nach Neuseeland – ist ja angesichts der Ereignisse leider geplatzt.

PS: Ich schreibe diese Zeilen im November 2011 auf dem Rückweg von Phuket (Thailand). Dort habe ich mit einem Kunden drei Nächte bzw. 70 Stunden anlässlich einer Pressekonferenz und Programmpräsentation verbracht. Der geplante vierte Tag in Bangkok ist leider wegen der Flutkatastrophe gestrichen worden. Ein Grund mehr, in einigen Jahren einmal Asien in Ruhe zu erkunden.

PPS: Jetzt sind es noch zehn Nächte bis zum Abflug nach Neuseeland…

PPPS: Und wie ich den Reisebericht online stelle, sind es nur 24 Stunden.

Impressionen aus Singapur

StartseiteSitemapKontaktImpressum